Es ist Juni 2010 und der erste Trip nach projekt365. Mal wieder eine von Europas Städteperlen – Budapest. Bezahlbare Ostblockromantik. Eine Stadt die zwar nicht von großen Kriegen erschüttert wurde aber in 40 Jahren Kalter Krieg auch nicht gerade aufgeblüht ist. Geblieben ist eine schon großteilig restaurierte Bausubstanz, die mit Wien vergleichbar ist. Gekommen waren zum Glück noch nicht die Touristenströme wie im gehypten Prag.
Wir hatten uns im großzügigen Apartment Anna direkt im Zentrum für einen schmalen Taler einquartiert. Purer Luxus mit Wasserkocher und Toaster. Wirklich schick und schon fast verwerflich günstig.
Von dort konnte man in nur wenigen Minuten in den Genuss des ungarischen Nationalheiligtums kommen: Gulasch. Gulasch galore sozusagen. Restaurantszene: Mein Herr, was kann ich Ihnen zu essen bringen? Die Gulaschsuppe, bitte. Und zu trinken? Auch. Und vergessen sie den Strohhalm nicht.
Ein absoluter Pflichtpunkt auf der Wochenend-Agenda waren zudem Besuche in den sogenannten Kerts, Innenhofbiergärten oder auch Garten Bars von szenig bis urgemütlich. Hervoragend geperlt hat es im Holdudvar auf der Margereteninsel oder auch im Mumus im jüdischen Viertel. Wäre das nicht genug gibt es in der ungarischen Hauptstadt einzigartige Kneipen mit Charme und Seele. Kneipen bei denen man meint, sie wären schon immer da, schon immer Teil des Stadtteils. Top in Erinnerung geblieben sind das Csendes oder auch das Cafe Sirály.
Auch stilvoll ging gut und zwar im Café Gerbeaud, einem der traditionsreichsten Kaffeehäuser in Europa und ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten.
Ganz groß war auch das Széchenyi Bad im Stadwäldchen, wo man in den 36 Kammern der Puszta-Shaolin zig verschieden temperierte Becken ausprobieren und den einheimischen Großmeistern beim Wasserschach über die feuchte Schulter gucken.




















